Mein erster Roman.

Die Idee zu diesem Roman hatte ich schon vor etwa 40 Jahren. Aber ich musste erst über 70 Jahre alt werden, um die Idee umzusetzen.

Auf der einen Seite, wollte ich meinen Kindern etwas hinterlassen, aber auf der anderen Seite, wollte ich auch anderen Menschen Mut machen!

Es ist nie zu spät, mit dem Schreiben anzufangen und damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Herstellung und Verlag:
BoD – Books on Demand, Norderstedt
Print :    ISBN 978-3-7347-9179-6

E-Book:  ISBN 978-3-7392-5224-7

E-Mail: sven.solge@gmx.de 


Eine Leseprobe:


 

     ...         2. Kapitel

 

 

                                                                          

Am nächsten Morgen ließ Marcus das Frühstück ausfallen. Zu viele Gedanken hatten ihn in der Nacht kaum schlafen lassen. Die plötzliche Durchsichtigkeit des Metalls irritierte ihn. Die unglaublichen Möglichkeiten, hiermit Geld zu verdienen, waren für ihn greifbar nah, denn nichts brauchte er mehr als Geld.

Seine Gläubiger wurden immer ungeduldiger. Sogar sein bester Freund, Carsten, gab ihm unmissverständlich zu verstehen, dass seine Geduld am Ende war und er möglichst bald sein Geld zurückhaben wollte.

Nun, wenn er jetzt durch Zufall auf eine Gelegenheit gestoßen war, seine Pleite abzuwenden, war es um so besser.

Marcus war sich aber auch im Klaren darüber, dass er sehr vorsichtig sein musste. Denn Spione großer Firmen hatten ein Gespür für ausgefallene Ideen. Er war also gezwungen, so schnell wie möglich herauszufinden, wodurch dieser Effekt entstand, denn erst eine Anmeldung beim Patentamt konnte ihm Schutz bieten.

Marcus schaltete das Licht in der fensterlosen Garage an und überprüfte zuerst den zuletzt gemachten Anstrich vom Vorabend. Die Farbe war trocken, fühlte sich aber nicht so glatt an wie die durch den Dosenwurf entstandene Fläche. Außerdem schien sie nicht so gut gedeckt zu haben, denn er konnte schwach das Kupfer durchscheinen sehen. Ob die Wirkung die Gleiche war, würde ein Test ja gleich ergeben.

Wieder zwängte Marcus sich durch die enge Luke und klappte dann die Bodenlamellen runter. Nachdem er die Zündung eingeschaltet hatte, kniete er sich auf den Metallboden und bewegte den Joystick millimeterweise nach rechts. Augenblicklich fingen die Motoren an zu brummen, und die Lamellen bewegten sich. Zur gleichen Zeit wurden die Lamellen wieder durchsichtig. Nur in dem oberen Bereich, wo er die Farbe neu aufgetragen hatte, war die Lamelle nicht so durchsichtig. Anscheinend musste die Farbe doch dicker sein, denn er konnte kaum etwas erkennen. Langsam ließ Marcus den Joystick ein kleines Stück weiterfahren und stellte dabei fest, dass schon von der ersten Bewegung des Joysticks die Lamellen durchsichtig wurden.

Plötzlich, Markus wollte schon abschalten, als er im Sichtfeld der Lamellen eine Bewegung bemerkte. Erstaunt hob er seinen Kopf und schaute durch die Kuppel in die Garage. Aber in dem hellen Licht der Deckenbeleuchtung konnte er nichts erkennen. Wieder beugte er sich unter das Armaturenbrett und bewegte den Joystick ein Stückchen weiter.

Und da war es wieder, etwas huschte vorbei und plötzlich lag die Zeitung mit den Farbresten, die er am Vortag zum Müll gebracht hatte, wieder auf dem Boden.

Wie konnte das sein?

Wieder erhob er sich und schaute durch die Kuppel, doch von diesem Standpunkt aus konnte er die Stelle nicht sehen, an der die Zeitung liegen musste.

Marcus kniete sich erneut hin, ließ den Joystick noch mal zurückgleiten, sodass die Metallplatten wieder undurchsichtig wurden. Noch langsamer als beim ersten Mal bewegte er den Joystick nach rechts. Aufmerksam beobachtete er die Lamellen, wie sie langsam durchsichtig wurden. Plötzlich erschien ein Schatten, der an den Lamellen vorbeihuschte und die Zeitung mit den Farbresten lag auf einmal wieder auf dem Boden. Unwillkürlich schreckte Marcus hoch, als plötzlich eine Hand kam und die Zeitung aus dem Blickfeld schob.

Es dauerte eine Weile, bis Marcus erkannte, dass es seine Hand war, die dort die Zeitung zur Seite schob.

Aber wie konnte das sein, spielte dort einer einen Streich mit ihm?

Hatte ihn gestern jemand mit einer Kamera aufgenommen und projizierte das von außen auf die Lamellen.

Widerstrebend bewegte Marcus den Joystick etwas weiter und zu seinem Erstaunen geschah etwas Eigenartiges. Nachdem eine Hand (seine Hand) das Stück Zeitungspapier fortgezogen hatte, sah er plötzlich, wie die Farbdose gegen die Kapsel geschleudert wurde. Er sah noch, wie die Dose über dem Boden rollte und vor den Füßen von ihm liegen blieb. Alles lief ab, als wenn man einen Film rückwärts laufen lassen würde. Dabei waren diese ganzen Bewegungen schon einige Zeit her und der Dosenwurf sogar schon drei Tage her.

Marcus hatte ein komisches Gefühl, irgendwie sträubten sich seine Nackenhaare. Er musste außerhalb der Kapsel nachsehen woher diese Bilder kamen. Bevor er jetzt nach draußen kletterte, arretierte er den Joystick an der Position, wo er sich jetzt befand. Er wollte feststellen, ob die Durchsichtigkeit der Lamellen auch von außen zu sehen war. Mühsam zwängte er sich wieder durch die Bodenluke. Als er sich draußen aufrichtete, stellte er zu seinem Erstaunen fest, dass die Lamellen die von der Farbe bestrichen waren, überhaupt nicht zu sehen waren.

Die Lamellen waren nicht einfach nur durchsichtig, sondern man konnte sie überhaupt nicht sehen. Das heißt, man sah nur eine tiefe Schwärze. Und als er nun mit seinen Fingern die unsichtbaren Platten berühren wollte, griff er mit der Hand ins Leere. Ein abscheuliches Gefühl!

Markus hatte im ersten Moment den Eindruck, als wenn jeden Augenblick das Metall wieder massiv werden würde. Er zog seinen Arm hektisch zurück und betrachtete die Umgebung. Suchte die Regale nach einer versteckten Kamera ab, konnte aber nichts entdecken. Es war also niemand hier gewesen, der ihn hätte aufnehmen können bzw. auch keinen Projektor, von dem die Aufnahmen abgegeben werden konnten.

Marcus stand vor einem Rätsel.

Nachdenklich kletterte er wieder in die Kapsel, löste den Joystick und brachte ihn wieder in die Nullstellung. Seine Gedanken überschlugen sich, was hatte er hier nur entdeckt? Konnte es sein, dass er mit diesem Gerät in die Vergangenheit sehen konnte?

Ihm blieb nichts anderes übrig, als die Kapsel anzumalen und dann zu sehen was passiert. Neugierig auf das Resultat machte er sich sofort an die Arbeit. Nach fast drei Stunden hatte er den ersten Anstrich fertig. Aber auch schon knapp die Hälfte der Farbe verbraucht. Er hoffte, mit zwei Anstrichen auszukommen. Denn noch mehr Farbe würde er kaum kaufen können. Dabei hatte er den Boden von unten noch gar nicht gestrichen.

Nun musste die Farbe erst mal durchhärten, bevor er den zweiten Anstrich machen konnte. Vielleicht sollte er doch noch mal versuchen, Farbe zu bekommen. Es könnte ja sein, dass der Verkäufer ihm absichtlich nur drei Dosen verkauft hatte, um seinen Bestand nicht zu sehr zu dezimieren.

Die Arbeit mit dem Pinsel war recht mühsam gewesen, deshalb wollte er sowieso noch einmal zum Farbengeschäft, um sich eine Lammfellrolle zu holen. Augenblicke später war er wieder mit seinem alten Fahrrad auf dem Weg zum Laden. Er hatte Glück, dieses Mal war ein anderer Verkäufer vor Ort und er konnte ohne Probleme zwei weitere Dosen kaufen. Zusätzlich erstand er noch zwei kurzhaarige Veloursrollen, die nach Aussagen des Verkäufers diese Farbe besser verteilen sollten.

Zu Hause angekommen stellte er fest, dass der erste Farbanstrich schon durchgetrocknet war. Marcus machte sich aber zuerst über den Bodenanstrich hier, um eine gleichmäßige Härte der gesamten Flächen zu erreichen. Da er aber unter der Kapsel kaum Platz hatte, musste er den Anstrich auf dem Rücken liegend vornehmen. Dazu breitete er einen alten Teppichboden aus und hatte so ein einigermaßen weiches Lager. Mit den neuen Veloursrollen ging die Arbeit wesentlich schneller vonstatten und er erreichte eine bessere Deckung der Fläche.

Bei dieser doch etwas stupiden Arbeit hatte er Zeit seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Dabei überlegte er, ob es nicht sinnvoll wäre, anstatt des Joysticks einen Drehknopf anzubringen. Denn das Zurückspringen des Joysticks in die Ausgangslage war bei der neuen Funktion der Kapsel, nicht so sinnvoll....